Manchmal ist Arbeitszeit gleichzeitig Podcast-Zeit. Ständig dabei: SWR2 Wissen. Heute ging’s um die Weltsaatgutbank – den Global Seed Vault - in Svalbard, Norwegen. Ohne woanders viel darüber gelesen zu haben, finde ich das schon ein ziemlich bemerkenswertes Projekt. Da werden 70 Meter unter der Erdoberfläche, im Permafrost von Longyearbyen, Samen von Wild- und Nutzpflanzen aus aller Welt gelagert, um deren Erbgut zu sichern. Bisher beteiligen sich 25 Staaten mit insgesamt 400.000 Saatguttüten. Die -17 Grad Celsius gewährleisten lange Keimfähigkeit. Eben ein “frozen garden of Eden”, wie es EU-Kommissionspräsident Barroso bei der Eröffnung 2008 formuliert hat.
Aber: Können die Samen auch nach längerer Zeit, nach 50, 100 oder 500 Jahren Eislagerung überhaupt noch keimen? Dazu existiert bisher keine Langzeitstudie. Und ist es nicht auch irgendwie eine Art Resignation, vorsichtshalber mal Saatgut zu bunkern? Ein Eingeständnis, dass es sehr wohl zu menschgemachter Ausrottung von überlebenswichtigen Pflanzen kommen kann? Statt die möglichen Ursachen für eine solche Auslöschung – wie Klimawandel, Kriege, Monokulturen – anzugehen?
Wie dem auch sei, Einsicht ist ja bekanntlich der erste Schritt in Richtung Besserung. Und gut finde ich das Vorhaben trotzdem. Nicht zuletzt, weil ich Sammelwut ganz gut kenne und dabei ebenfalls pedantisch sein kann.
Links: Svalbard Global Seed Vault SWR2 Wissen Podcast – Samen im “ewigen” Eis