Archiv für Kategorie Unterwegs

Sightseeing Chinese Style

dauerbespassung In Deutschland sieht man ja immer mal wieder Grüppchen von chinesischen Touristen. Die werden dann von Reisebussen irgendwo abgesetzt, huschen staunend zur nächstbesten Sehenswürdigkeit, knipsen wie verrückt Fotos, posen kurz, geben vielleicht noch ein überwältigtes “Oooh!” von sich und sind auch schon wieder im Reisebus verschwunden, um schnurstracks zum nächsten point of interest zu gelangen. Dort angekommen, gehts wieder von vorne los; mal ganz überspitzt geschildert. Diese Art von Fließband-Tourismus zu beobachten, fand ich bisher höchstens ganz witzig anzuschauen. Nachvollziehen kann ich das bis jetzt nicht so recht. Zum Rest des Beitrags »

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Kulinarisches (1)

goldenhans Es geht doch nichts über zünftig-deutsche Gastwirtschaften, möglichst bayrisch und mit deftig viel Fleisch und Weißbier. Da mussten natürlich früher oder später auch die Chinesen drauf kommen. Bei der Umsetzung waren statt eines deutschen Vertreters aber anscheinend nur Urlaubsfotos der letzten Europareise zur Hand. Da schleicht sich natürlich schnell mal der ein oder andere Fehler ein. Am Ende entstand jedenfalls das Buffett-Restaurant “Golden Hans”. Dass wir ausgerechnet hier zum Essen einkehrten, lässt sich wohl nur als Geste der Gastgeber verstehen. Die Geschichte wäre hier schon zu Ende, da ich ja eigentlich von meiner CHINA-Reise erzählen wollte. Doch es hat sich schnell herausgestellt, dass es dieses Gasthaus so eben NUR in China geben kann. Zum Rest des Beitrags »

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Planänderung

qingdaoankunft Seit Samstag bin ich in Qingdao, China, zur “5th Sino-German Summerschool – The Coastal Zone and its Management“. Vor meiner Abreise in den fernen Osten hatte ich mir mal vorgestellt, eine Art Reisetagebuch zu bloggen. Bei der erdrückenden Menge an Eindrücken geht das schlicht nicht. Jemand anderes hat mir gar geraten, mich elektronisch ganz auszuklinken. Aber das geht zwischen Kurz-Präsentation vorbereiten und Fotokarte leer machen auch irgendwie nicht. In Beijing mag das klappen. Egal, stattdessen soll es jetzt immer mal wieder einen Kurzbericht geben, um Eindrücke zu vermitteln. Ist dann vielleicht etwas einseitig, aber ausgewogener wäre es so oder so nicht geworden. Ein paar ausgewählte Fotos werde ich in den Fotoblog laden.

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Sommerauftakt

Ein eigenes Auto hab’ ich nicht, also bin ich immer mal wieder mit dem elterlichen Wagen unterwegs. Vor etwa einer Woche – die Tage wurden gerade wärmer, es war die Zeit erster Frühlingsgefühle – startete ich also den Opel Meriva, Kurs Bremer Umland. Fenster runter, Sonnenbrille auf, Ellenbogen raus, CD-Player an. Es steckte noch die Scheibe mit den 140 Evergreens des Fahrzeughalters drin… und in der Regel stimmen unsere Musikgeschmäcker so gar nicht überein. Aber was dann erklang, hätte besser nicht passen können: Zum Rest des Beitrags »

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Skitt fiske!

stockholm23 The river Weser seemed utterly overfished, Zander/pikeperch appeared to be extinct. So after weeks of bad luck in Bremen we pulled out all the stops and took off to Stockholm. “Man forges his own destiny”, they say. The plan was easy, yet promising: How could we possibly NOT catch fish in Sweden? Right…? Wrong!! Of the TWO pikes we actually caught a glimpse of, only ONE faintly touched the lure. No nibbling, no NOTHING. Zum Rest des Beitrags »

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Straßen(bahn)musik

Göteborg steht noch, welch Glück. Viel hat sich in fünf Monaten nicht verändert, davon konnte ich mich letztes Wochenende überzeugen. Trotzdem war irgendwie alles anders. Aber davon soll jetzt nicht die Rede sein.
In den kurzen vier Tagen stand viel auf dem Programm, zwangsläufig auch jede Menge Straßenbahnfahren. Zum Rest des Beitrags »

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Biological Warfare (2)

caterpillarant Natur heißt Überlebenskampf! Dass das für Tier gegen Pflanze gilt, ist längst traurige Gewissheit. Es muss dabei aber nicht unbedingt zerstörerisch zugehen, taktisches Geschick und etwas Talent zum Singen führen auch zum Ziel. Forscher aus Italien und England haben beides bei der Larve des Schmetterlings Maculinea rebeli entdeckt.

Die lässt sich zu allererst einmal von eifrigen Ameisen in deren Bau schleppen. Bevor die fleißigen Krabbeltiere aber nach getaner Arbeit zum kulinarischen Teil des Abends übergehen, produziert die Raupe Duftstoffe. Zack, riecht sie genau wie kleine Ameisenlarven. Und wird eifrig mitversorgt. Sollte der Hunger mal größer sein, fängt sie noch an zu singen, fast so schön wie die Ameisenkönigin höchstpersönlich. Man sollte meinen, dass die Ameisen spätestens jetzt Verdacht schöpfen. Stattdessen gibts für die Raupe aber eine Extra-Königinnen-Portion Futter. Und so hört sich das dann an, wenn Raupe Nimmersatt den Mund mal wieder nicht voll genug kriegen kann:

Schön blöd, die Ameisen. Ich wär nicht drauf reingefallen.

Barbero, F., J. A. Thomas, et al. (2009). “Queen Ants Make Distinctive Sounds That Are Mimicked by a Butterfly Social Parasite.” Science 323(5915): 782-785.
Nature Blog: The very hungry (and evil) caterpillar – February 06, 2009

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“Call me an idiot!”

Am 21. Januar hat der schwedische, öffentlich-rechtliche Fernsehsender SVT eine Sendung über die “Priesterbruderschaft St. Pius X” ausgestrahlt (“Det svenska korståget“, hier zu sehen mit englischen Untertiteln). In der knapp einstündigen Dokumentation kommt auch der Holocaust-Leugner Richard Williamson kurz zu Wort. Was er da so verzapft, sei “against the law in Germany”, wie er gegen Ende des Gesprächs klarstellt. “You could have me thrown into prison…”, fügt er noch hinzu und schaut dem Interviewer eindringlich in die Augen. Da hat er allerdings recht

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“Låt den rätte komma in”…

… ist ein schwedischer Horrorfilm von Thomas Alfredson, der vor einer Woche in deutschen Kinos unter dem Namen “So finster die Nacht” angelaufen ist. Gestern haben wir uns den Streifen im Original angeschaut. Ich will nicht zu viel verraten, es ist jedenfalls ein sehr melancholischer, atmosphärischer Film. Wer den Film ganz ohne Erwartungen schauen möchte, lese jetzt lieber nicht weiter… Zum Rest des Beitrags »

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Italienisch für Anfänger II: »… con Aperol!«

Teil I des Reiseberichts: www.boschibaer.blogspot.com

(…) Padua, noch in der Region Venetien gelegen, war unsere erste Adresse. Nach einer etwa einstündigen Fahrt erreichten wir die Studentenstadt. Auch hier hatten die Venetier lange ein großes kulturelles und wirtschaftliches Zentrum. Denn die Venetier hatten einst einen großen Einfluss in der Region, waren ein reiches und starkes Volk. Das sieht man ja auch Venedig weiterhin an. Auch wenn alle Gebäude, Brücken und Plätze ein wenig gelitten haben, so kann man sich doch sehr gut vorstellen, wie hier früher Aristokraten, Kaufleute und Seefahrer ihre nächsten Schachzüge geplant haben. Außer dem alten Stadtkern haben wir jedoch nicht so viel von Padua gesehen, es zog uns weiter nach Verona, weiter nördlich, gelegen an den Ausläufern der Dolomiten.

Verona: die Stadt der Liebe und des Verrats. Die Stadt, in der Romeo und Julia die einander nicht im Leben finden durften, weil die Familien sich bekämpften. Sie fanden sich dann späterim Tode. Wenn man durch die stillen Gassen der Altstadt wandelt und die Häuser in der Dämmerung betrachtet, mag man sich leicht vorstellen, wie Romeo seiner Angebeteten einen Treueschwur auf ihren Balkon hinaufschleudert, um dann vor ihren Brüdern entlang der alten Stadtmauern flüchtet. Die Geschichte Veronas ist abwechslungsreich und geprägt von Eroberungen und Plünderungen. Umso verwunderlicher ist es da, dass das alte römische Amphitheater noch immer im Stadtkern am Piazza Brà steht und zum Besuch einlädt. Hier schlugen sich also schon vor Christi Geburt die Menschen die Köpfe ein. Skurril. Das Bauwerk aber: beeindruckend. Alles ohne Lasermesstechnik, Bulldozer und Co. errichtet.

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Sollte eine Italienreise anstehen: Verona ist eine Reise wert – auch für mehrere Tage. Wichtigster Tipp für die Anreise: Auf der Autobahn sollte man nur in die Mautstellen einfahren, wo man Bar bezahlt. Alles andere ist keine gute Idee und zwingt einen dazu, auf der Autobahn den Rückwärtsgang einzulegen (…). Aber zurück zu Venedig. Da haben wir schließlich die meiste Zeit verbracht. Ein weiteres Charakteristika der Stadt, neben Wasserstraßen, Brücken und unzähligen Booten? Tauben. Es gibt hier definitv zu viele davon. Und es gibt mindestens genauso viele Japaner, die sich für ein einzigartiges (!) Foto Brot ins Haar legen und sich komplett mit Tauben besetzen lassen. Zudem stört viele Leute der Kloakengeruch. Nun, der ist im Sommer vielleicht vorhanden, im Oktober aber gehts. Und so kann man gut draußen sitzen und sein Mittagsmahl umringt von altem Gemäuer und im Schatten von Olivenpflanzen genießen. Es empfehlen sich – auch wenn das abgedroschen klingen mag – die Nudelgerichte: die Pasta ist al dente, die Meeresfrüchte frisch.

Und danach? Der Nachmittag wird von den Italienern geruhsam angegangen. Vor allem am Wochenende. Wir setzen uns zu ihnen ins Café und versuchen, das in der Tat entspanntere Lebensgefühl aufzusaugen. Aber es ist nicht nur das Lebensgefühl, das uns reizt. Es ist ihre Wochenend-Brause »Spritz«. Man nehme zwei Teile Prosecco und einen Teil Aperol (Alternativ: Campari, ist dann aber etwas bitterer im Abgang). Dazu eine Olive am Spiess und eine Orangenscheibe. Viele Eiswürfel frischen die Mischung weiter auf, ein Schuss Soda finalisiert. Fertig ist das perfekte Getränk für einen lauen Wochenendtag mit guten Gesprächen unter Freunden.

Und so endet der letzte Tag in Vendig auf der Brücke an der Station Santa Lucia. Unter dem Eindruck einiger sanfter Spritz con Aperol, nehmen wir zum letzten Male einige der so vielen Stufen in dieser schönen Stadt. Die unzähligen Boote und Bötchen auf dem Canal schwirren wie Leuchtwürmer umher, die Lichter an den Fassaden hüllen die altehrwürdige Kulisse in ein theatrales Licht. Für uns beginnt der letzte Akt, wir müssen ja morgen den Flieger in die Heimat erreichen. Venedig verdient Applaus.

Der Text ist ein Gemeinschaftsprojekt von Marco & Tobias.

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