Archiv für Kategorie Sverige
Aussichten (6)
Verfasst von Tobias unter Aussichten, Göteborg, Sverige, Tjärnö am 18. Juli 2008
“It’s just a big lake…”
Im Mai haben wir ein Wochenende am Vänern verbracht, dem größten See Schwedens. Unsere Vorfreude beim Planen stieß bei den schwedischen Mitstudierenden allerdings auf Unverständnis… Im Nachhinein kann ich nachvollziehen, dass kleinere Gewässer oft mehr Charme haben. Obwohl die Gegend um den Vänern landschaftlich schon was hermacht. Wirklich beeindruckend ist der See aber in Zahlen und Fakten (schlurig recherchiert und ohne Gewähr): Zum Rest des Beitrags »
Aussichten (5)
Verfasst von Tobias unter Aussichten, Sverige, Tjärnö am 18. Juni 2008
Invasion der Meerwalnüsse
Verfasst von Tobias unter Biologisches, Sverige am 10. Juni 2008
Mnemiopsis leidyi, die Meerwalnuss, hört sich niedlich an und sieht so gar nicht böse aus, hat es aber faustdick hinter den Furchen. Die nur bis zu 10 Zentimeter große Rippenqualle war ursprünglich an der Atlantikküste von Nord- und Südamerika heimisch. In den 1990er Jahren machte sie erstmals von sich Reden, als es ihr gelang, über das Ballastwasser von Frachtschiffen in das Schwarze Meer zu gelangen. Dort hat sie nicht lang gefackelt und den Fischen das Futter streitig gemacht, mit katastrophalen Folgen für das dortige Ökosystem. Ihre Vermehrungswut und der unbändige Appetit auf Zooplankton ließ den Fischbestand auf ein Zehntel der ursprünglichen Größe schrumpfen.
Einige Jahre wurde es etwas stiller um die Qualle, bis sie vor wenigen Jahren auch in der Nordsee gesichtet wurde. Letztes Jahr wuchs ihre Population besonders stark an. Durch den milden Winter besonders in Schweden befürchten viele Forscher darum, dass ihre Anzahl in diesem Sommer nochmal stark wächst. “Wir können damit rechnen, dass die Meerwalnuss zurück kommt. Und sie ist hier um zu bleiben!” prophezeit Peter Tiselius vom Sven-Loven-Zentrum Kristineberg (Göteborgs Posten). Damit sind besonders Hering und Sprotte in der Nordsee bedroht.
Aus- und Umzug
Eigentlich war ich ja gerade erst angekommen. Nun bin ich schon wieder raus aus meinem Zimmer in Olofshöjd. Die letzten Sekunden hab ich im folgenden, packenden Video festgehalten. Zum Rest des Beitrags »
Aussichten (4)
Verfasst von Tobias unter Aussichten, Sverige, Tjärnö, Unterwegs am 8. Mai 2008
Ophiodromus Research Group
Verfasst von Tobias unter Biologisches, Sverige, Tjärnö am 4. Mai 2008
Der Polychaet (“Vielborster”) Ophiodromus flexuosus schafft es irgendwie, nicht gefressen zu werden, obwohl er sich nicht ständig im Sediment vergräbt und auch nicht gerade unscheinbar aussieht. Vielleicht verfügt dieser Wurm über die Fähigkeit, einen Stoff zu produzieren, der seinen Fraßfeinden nicht schmeckt? Und wo findet sich dieser Stoff? Auf der Haut des Wurms? Wie erfolgreich schützt diese Abwehr den Vielborster?
Wir wollen in unserem Projekt versuchen, einigen dieser Fragen auf den Grund zu gehen. Die ersten zwei Wochen in Tjärnö galten der Planung und erster Probennahmen. Wir hatten das große Glück, die Nereus nutzen zu können, um so genannte Warant Sledges über den sandigen Boden zu ziehen. Sobald die Würmer aus ihrem Sediment gekrabbelt sind, sollen Food Preference Tests mit Fischen gemacht werden. Dazu bieten wir einer Fischart “unseren” Wurm und eine geeignete Alternative an. Um die chemische Komponente zu charakterisieren, werden mit Extrakten des Wurms Bioassays durchgeführt. Die Extrakte werden mit verschiedenen Lösungsmitteln gewonnen, um die Eigenschaften des Abwehrstoffs zu beschreiben. Ein ambitioniertes Vorhaben.
Die Würmersuche war bisher nicht von Erfolg gekrönt, unsere Ausbeute umfasst nur zwei Exemplare. Nächste Woche bekommen wir hoffentlich Nachschub aus der Station Kristineberg, außerdem versuchen wir unser Glück nochmal mit einem anderen Schlitten. Schlimmstenfalls wechseln wir zu Plan B, der wird erläutert, wenn’s so weit ist. Also Daumen drücken!
Titel vergessen…
Verfasst von Tobias unter Biologisches, Sverige, Tjärnö am 16. April 2008
So schön Diatomeen sind, so giftig können einige von ihnen auch sein. Und die Wirkungsweise der Gifte steht der Formenvielfalt der Kieselalgen in nichts nach. Einige Arten der Gattung Pseudo-nitzschia beispielsweise produzieren Domoinsäure, ein Analog von Glutamat, das seine Wirkung im Hirngewebe entfaltet. Bei diesem Toxin kann es innerhalb von 24 Stunden zu Gedächtnisschwund kommen. Ein weiteres Symptom kann ein vertauschtes Warm/Kalt Empfinden sein.
Pseudo-nitzschia ist auch in hiesigen Gewässern mehr oder minder stark vertreten. Miesmuscheln, die pro Stunde etwa 5 bis 10 Liter Meerwasser filtern, werden mit diesen Algen angereichert. Damit akkumuliert auch das Gift in den Weichtieren, oft hört man dann von Amnesic Shellfish Poisoning (ASP). Gerade letzte Woche wurde für die schwedische Westküste eine Warnung rausgegeben, dass wilde Muscheln zur Zeit erhöhte Giftwerte aufweisen, allerdings für Paralytic Shellfish Poisoning.
Gefährlich wird’s also erst, wenn man betroffene Muscheln isst. Oder…? Gestern waren wir schnorcheln. Abends hatte ich ziemlich starke Kopfschmerzen. Naja, abwarten.
Viele Grüße aus… Norwegen?
Aussichten (3)
Verfasst von Tobias unter Aussichten, Sverige, Unterwegs am 11. April 2008
In der vorlesungsfreien Zeit Ende März haben Meri und ich uns in Stockholm ausgiebig die Füße vertreten. Punkt.
Sveriges Radio – Tyska
Für sprachlich Interessierte hatte ich mal den Podcast Klartext erwähnt. Inhaltlich etwas fundierter ist Zum Rest des Beitrags »