Beiträge getagged mit Diatomeen
Liebe zum Detail
Verfasst von Tobias unter Biologisches am 16. April 2009
Haifischbecken – das ist nicht unbedingt das Bild, das ich von der Scientific Community habe. Andererseits sind Wissenschaftler ja auch nur Menschen, und vom Gedankenaustausch zum Gedankenraub mag es nicht weit sein. Wie auch immer: Aus eben diesem Grund gibts an dieser Stelle keine großen Erläuterungen zum Wie und Warum der folgenden Aufnahmen. Aber ist eigentlich auch wurscht. Schöner werden die Bilder durch Erklärungen auch nicht. Zum Rest des Beitrags »
Titel vergessen…
Verfasst von Tobias unter Biologisches, Sverige, Tjärnö am 16. April 2008
So schön Diatomeen sind, so giftig können einige von ihnen auch sein. Und die Wirkungsweise der Gifte steht der Formenvielfalt der Kieselalgen in nichts nach. Einige Arten der Gattung Pseudo-nitzschia beispielsweise produzieren Domoinsäure, ein Analog von Glutamat, das seine Wirkung im Hirngewebe entfaltet. Bei diesem Toxin kann es innerhalb von 24 Stunden zu Gedächtnisschwund kommen. Ein weiteres Symptom kann ein vertauschtes Warm/Kalt Empfinden sein.
Pseudo-nitzschia ist auch in hiesigen Gewässern mehr oder minder stark vertreten. Miesmuscheln, die pro Stunde etwa 5 bis 10 Liter Meerwasser filtern, werden mit diesen Algen angereichert. Damit akkumuliert auch das Gift in den Weichtieren, oft hört man dann von Amnesic Shellfish Poisoning (ASP). Gerade letzte Woche wurde für die schwedische Westküste eine Warnung rausgegeben, dass wilde Muscheln zur Zeit erhöhte Giftwerte aufweisen, allerdings für Paralytic Shellfish Poisoning.
Gefährlich wird’s also erst, wenn man betroffene Muscheln isst. Oder…? Gestern waren wir schnorcheln. Abends hatte ich ziemlich starke Kopfschmerzen. Naja, abwarten.
Viele Grüße aus… Norwegen?
Silikon mal schön
Verfasst von Tobias unter Biologisches am 26. Februar 2008
… bisschen reisserischer Titel, aber ich will ja zum Weiterlesen animieren. Eigentlich gehts um Silikat, das mit Silikon nur Silicium als Bestandteil gemein hat. Silikat ist nicht nur geologisch interessant, sondern kommt auch in der Biologie vor: Die meisten pflanzlichen Zellwände bestehen zwar aus Cellulose, es gibt aber auch Ausnahmen: Kieselalgen (Diatomeen). Diese Gruppe nutzt Silikat für den Einbau in ihre äußere Hülle. Und ist dabei außerordentlich kreativ. Die Abbildungen zeigen drei Diatomeenarten, geknipst im Licht- bzw. Rasterelektronenmikroskop: v.l.n.r Skeletonema, Chaetoceros und Thalassiosira. Diese Algen sehen aber nicht nur hübsch aus, sondern sind einer der wichtigsten Primärproduzenten im Meer. Grund genug, sich eingehender mit ihnen zu beschäftigen, zum Beispiel im Kurs “Phytoplankton Bloom Dynamics”.