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Italienisch für Anfänger II: »… con Aperol!«

Teil I des Reiseberichts: www.boschibaer.blogspot.com

(…) Padua, noch in der Region Venetien gelegen, war unsere erste Adresse. Nach einer etwa einstündigen Fahrt erreichten wir die Studentenstadt. Auch hier hatten die Venetier lange ein großes kulturelles und wirtschaftliches Zentrum. Denn die Venetier hatten einst einen großen Einfluss in der Region, waren ein reiches und starkes Volk. Das sieht man ja auch Venedig weiterhin an. Auch wenn alle Gebäude, Brücken und Plätze ein wenig gelitten haben, so kann man sich doch sehr gut vorstellen, wie hier früher Aristokraten, Kaufleute und Seefahrer ihre nächsten Schachzüge geplant haben. Außer dem alten Stadtkern haben wir jedoch nicht so viel von Padua gesehen, es zog uns weiter nach Verona, weiter nördlich, gelegen an den Ausläufern der Dolomiten.

Verona: die Stadt der Liebe und des Verrats. Die Stadt, in der Romeo und Julia die einander nicht im Leben finden durften, weil die Familien sich bekämpften. Sie fanden sich dann späterim Tode. Wenn man durch die stillen Gassen der Altstadt wandelt und die Häuser in der Dämmerung betrachtet, mag man sich leicht vorstellen, wie Romeo seiner Angebeteten einen Treueschwur auf ihren Balkon hinaufschleudert, um dann vor ihren Brüdern entlang der alten Stadtmauern flüchtet. Die Geschichte Veronas ist abwechslungsreich und geprägt von Eroberungen und Plünderungen. Umso verwunderlicher ist es da, dass das alte römische Amphitheater noch immer im Stadtkern am Piazza Brà steht und zum Besuch einlädt. Hier schlugen sich also schon vor Christi Geburt die Menschen die Köpfe ein. Skurril. Das Bauwerk aber: beeindruckend. Alles ohne Lasermesstechnik, Bulldozer und Co. errichtet.

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Sollte eine Italienreise anstehen: Verona ist eine Reise wert – auch für mehrere Tage. Wichtigster Tipp für die Anreise: Auf der Autobahn sollte man nur in die Mautstellen einfahren, wo man Bar bezahlt. Alles andere ist keine gute Idee und zwingt einen dazu, auf der Autobahn den Rückwärtsgang einzulegen (…). Aber zurück zu Venedig. Da haben wir schließlich die meiste Zeit verbracht. Ein weiteres Charakteristika der Stadt, neben Wasserstraßen, Brücken und unzähligen Booten? Tauben. Es gibt hier definitv zu viele davon. Und es gibt mindestens genauso viele Japaner, die sich für ein einzigartiges (!) Foto Brot ins Haar legen und sich komplett mit Tauben besetzen lassen. Zudem stört viele Leute der Kloakengeruch. Nun, der ist im Sommer vielleicht vorhanden, im Oktober aber gehts. Und so kann man gut draußen sitzen und sein Mittagsmahl umringt von altem Gemäuer und im Schatten von Olivenpflanzen genießen. Es empfehlen sich – auch wenn das abgedroschen klingen mag – die Nudelgerichte: die Pasta ist al dente, die Meeresfrüchte frisch.

Und danach? Der Nachmittag wird von den Italienern geruhsam angegangen. Vor allem am Wochenende. Wir setzen uns zu ihnen ins Café und versuchen, das in der Tat entspanntere Lebensgefühl aufzusaugen. Aber es ist nicht nur das Lebensgefühl, das uns reizt. Es ist ihre Wochenend-Brause »Spritz«. Man nehme zwei Teile Prosecco und einen Teil Aperol (Alternativ: Campari, ist dann aber etwas bitterer im Abgang). Dazu eine Olive am Spiess und eine Orangenscheibe. Viele Eiswürfel frischen die Mischung weiter auf, ein Schuss Soda finalisiert. Fertig ist das perfekte Getränk für einen lauen Wochenendtag mit guten Gesprächen unter Freunden.

Und so endet der letzte Tag in Vendig auf der Brücke an der Station Santa Lucia. Unter dem Eindruck einiger sanfter Spritz con Aperol, nehmen wir zum letzten Male einige der so vielen Stufen in dieser schönen Stadt. Die unzähligen Boote und Bötchen auf dem Canal schwirren wie Leuchtwürmer umher, die Lichter an den Fassaden hüllen die altehrwürdige Kulisse in ein theatrales Licht. Für uns beginnt der letzte Akt, wir müssen ja morgen den Flieger in die Heimat erreichen. Venedig verdient Applaus.

Der Text ist ein Gemeinschaftsprojekt von Marco & Tobias.

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